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So vermeiden und therapieren Sie Wadenkrämpfe

Sie sind mitunter sehr schmerzhaft, aber meist harmlos. Eine der Hauptursachen ist ein Mangel an Flüssigkeit und an Mineralstoffen. Mit unseren Übungen beugen Sie Wadenkrämpfe vor


Eine sanfte Massage kann den Krampf lindern

Aus der schöne Traum: Wie ein Messerstich fährt der Schmerz ganz plötzlich in die Wade. Die Muskeln verhärten sich, nichts geht mehr. An Schlaf ist erst einmal nicht zu denken. Raus aus dem Bett? Bei diesen Schmerzen? Klingt auch nicht wirklich verlockend. Trotzdem: „Stehen Sie vorsichtig auf, wenn Sie nachts ein Wadenkrampf überfällt“, rät die Physiotherapeutin Imke Gerlach-Roggatz aus Icking bei München als Sofortmaßnahme.

„Mit der richtigen Dehnung im Stand und einer sanften Massage geht der Krampf meist schnell wieder vorbei.“ Vor allem ältere Menschen kennen die nächtlichen Attacken zur Genüge, fast jeder dritte Deutsche klagt über Wadenkrämpfe, der untrainierte Wandersmann genauso wie die Profifußballerin.


Eine der Hauptursachen ist ein Mangel an Flüssigkeit und an Mineralstoffen wie Magnesium, Natrium und Kalzium. Wenn diese Elektrolyte fehlen, können manche Muskeln einfach nicht mehr lockerlassen. Die Folge: Sie verkrampfen sich und tun weh.

Durchfall und Erbrechen können den Elektrolythaushalt genauso durcheinanderbringen wie Diäten oder starkes Schwitzen. Besonders Senioren, die häufig zu wenig trinken, trifft es daher. Ihre Flüssigkeitsreserven sind schnell erschöpft, die Muskeln nicht mehr ausreichend versorgt.

Doch nicht immer steckt ein Mineralstoffmangel oder eine Überanstrengung hinter den schmerzhaften Krämpfen. „Wer mehr als einmal in der Woche ohne starke körperliche Belastung einen Wadenkrampf in der Nacht hat, sollte sich unbedingt von einem Arzt untersuchen lassen“, empfiehlt Sportmediziner Otto Zelger vom Zentrum für Prävention und Sportmedizin an der Technischen Universität München.

Wenn die Schmerzen sehr lange anhalten oder weitere Symptome wie eine Beinschwellung auftreten, ist ebenfalls ärztlicher Rat gefragt. Denn auch ein (nicht entdeckter) Diabetes, ein Bandscheibenschaden, Durchblutungsstörungen in den Beinen oder eine Fußfehlstellung können sich dahinter verbergen und sollten behandelt werden.

Der Arzt hat eine ernsthafte Erkrankung ausgeschlossen? Dann lässt sich Wadenkrämpfen häufig schon mit regelmäßiger Bewegung und Dehnung vorbeugen. Otto Zelger hilft seinen Patienten auf die Sprünge: „Wippen Sie mehrmals täglich ein paar Minuten lang vom ganzen Fuß auf die Zehenspitze, oder hüpfen Sie – wenn es geht – ein bisschen auf der Stelle.“ Das ist gut für die Beinmuskulatur sowie die Bewegungskoordination und passt auch in ein Aufwärmprogramm.

Wer Ausdauertraining betreibt, sollte das Dehnen im Anschluss nicht vergessen, so können die Muskeln locker bleiben. Ganz wichtig: eine ausgewogene, elektrolytreiche Ernährung mit Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sowie ausreichendes Trinken – gerade beim Sport. Magnesiummangel gleichen spezielle Präparate aus. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke beraten! Vor allem die abendliche Einnahme hat sich nach Expertenmeinung bewährt, um nächtlichen Wadenkrämpfen vorzubeugen.



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Annette Bieber / Senioren Ratgeber; 12.02.2010, aktualisiert am 03.02.2012
Bildnachweis: Fotolia/KSR/2010

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